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Plagiatserkennungssoftware - eine Einordung

Plagiate sind nicht gekennzeichnete Übernahmen von Texten, Ideen oder Abbildungen anderer Autoren in die eigene wissenschaftliche Ausarbeitung. Das ist nicht erlaubt, denn in wissenschaftlichen Texten müssen die benutzten Quellen immer belegt werden. Das gilt für die Übernahme von wörtlichen und sinngemäßen Zitaten sowie für übernommene Abbildungen und Grafiken sowie deren Überarbeitung, für Übersetzungen und Internetquellen. Das richtige Zitieren gehört zu den grundlegenden Anforderungen an wissenschaftliche Arbeiten. Das trifft nicht nur für Dissertationen zu, sondern gilt auch für (Bachelor-) Thesis sowie Seminar- und Hausarbeiten.

Software als Lösung!

Mit Hilfe von Plagiatserkennungssoftware wird den Dozenten eine Lösung angeboten, die automatisch kritische Textstellen erkennen kann. Dazu muss das Dokument digitalisiert werden und in eine Datenbank geladen werden. Dort wird es automatisch mit den vorhandenen Quellen (eigene Datenbank) und Internet-Quellen (z.B. Google) abgeglichen. Dabei können wortgleiche Textstellen gefunden werden und z.T. auch direkt fehlende Quellenangaben. Die kritischen Stellen werden dann markiert und angezeigt. Die Prüfenden müssen dann entscheiden, ob die Übereinstimmung ein Plagiat ist.

Auf den ersten Blick erscheint eine Software basierte Überprüfung eine ideale Unterstützung für Dozenten/-innen zu sein. Zumindest in Hinblick auf übernommene Textpassagen soll die Softwarelösung eine Arbeitserleichterung bieten.

...und in der Praxis?

Aber Praxistests, wie z.B. an der HTW-Berlin (http://plagiat.htw-berlin.de/software/) unter Leitung von Frau Prof. Weber-Wulff, weisen auf teilweise problematische Schwachstellen bei der Plagiatserkennungssoftware hin. Dort wurde neben der Effektivität auch die Usability (Bedienung) evaluiert. Dabei wurde die Erkennungsrate bemängelt, mit der Textübereinstimmungen gefunden wurden. Zum Teil wurden auch Textstellen fälschlicherweise als Plagiat gekennzeichnet.  Die 15 getesteten Systeme wurden in die Kategorien „teilweise nützlich“, „begrenzt nützlich“ und „für akademische Zwecke ungeeignet“ unterteilt. Die Testergebnisse erhalten Sie über den oben genannten Link.

Eine Empfehlung aus dieser Testserie ist, dass die Plagiatserkennungssoftware nicht als flächendeckende Lösung für alle Arbeiten genutzt werden sollte, aber für einzelne Verdachtsfälle durchaus als weiteres Hilfsmittel verwendet werden kann.

Datenschutzbedenken und Urheberrecht

Problematisch ist der Einsatz von Plagiatserkennungssoftware insbesondere im Hinblick auf das Urheberrecht und den Datenschutz. Zum Teil muss in den Nutzungsbedingungen der Plagiatserkennungssoftware zugestimmt werden, die Nutzungsrechte der zu prüfenden Arbeiten an die Softwarehersteller zu übertragen. Weiterhin werden bei webbasierter Software, wie beispielsweise der Anbieter "Turnitin" die digitalisierte Arbeit als solches an den Anbieter übertragen. Dies stellt einen Vervielfältigungsvorgang i. S. d. § 16 UrhG dar, welcher eine Einwilligung erforderlich macht. 

Wohin die digitalen Daten der zu prüfenden Arbeiten dann übertragen werden bleibt zum Teil unklar, das können z.B. Datenbanken der Softwarehersteller im Ausland, z.B. USA sein. Werden diese dann dort dauerhaft gespeichert, stellt dies einen erneuten Eingriff in das Vervielfältigungsrecht des Urhebers dar.

Der Verein zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes (DFN) hält hierzu eine Handlungsempfehlung bereit, welche sich umfänglich mit diesem Thema auseinandersetzt.

Campuslösung?

Das ZIM bietet vor diesem Hintergrund derzeit keine Campuslösung an. Wir empfehlen nach Sichtung der Testergebnisse der HTW-Berlin, den Entscheidungsprozess über Art und Umfang des Einsatzes von Plagiatserkennungssoftware in den Fakultäten zu führen.

Bitte beachten Sie bei dieser Entscheidungsfindung und bei der etwaigen Umsetzung jedoch die hier angerissenen Anforderungen des Datenschutzes sowie des Urheberrechts und stimmen diese mit den entsprechenden Gremien der Universität ab.

Und nun? Soforthilfe?

Sie können auffällige Textpassagen in wissenschaftlichen Arbeiten z.B. mit Hilfe der Google-Suche überprüfen. Diese Maßnahme ist eine einfache Soforthilfe, wenn Sie einen Plagiatsverdacht gegenüber einer schriftlichen Ausarbeitung haben. Auch Metasuchmaschinen, wie beispielsweise die deutsche MetaGer, bieten einen erste gute Möglichkeit, in Frage kommende Textpassagen gegen eine Vielzahl von Datenquellen abzugleichen.